Psychotherapie
& Beratung
Mag. Julia Hochreiter, BSc.
Psychotherapeutin
Integrative Gestalttherapie
Die Integrative Gestalttherapie
Die integrative Gestalttherapie ist eine humanistische Psychotherapiemethode, die dem Mensch als einzigartiges Individuum mit Respekt und auf Augenhöhe begegnet. Sie geht davon aus, dass Menschen von Natur aus nach Wachstum, Gesundheit, Selbstentfaltung und Überwindung von Schwierigkeiten streben.
Psychische Probleme, Leidenszustände und Störungen entstehen, wenn die Person unter schwierigen Bedingungen einen inneren Anteil ihrer selbst unterdrücken und abspalten musste, wenn Erfahrungen überlastend und somit nicht integrierbar waren. Diese unabgeschlossenen Gestalten bleiben dann als solche bestehen und können zu psychischen Störungen führen. Daher arbeitet die Gestalttherapie daran verloren gegangenen Persönlichkeitsanteile und offene Gestalten wieder zu integrieren, somit Blockaden zu überwinden, mehr persönlichen Spielraum sowie neue Handlungsoptionen zu eröffnen und neue Lebenswege zu ermöglichen.
In der Integrativen Gestalttherapie sind der Dialog und das Gewahrsein für gegenwärtige Phänomene zentrale methodische Elemente. Des Weiteren arbeite ich als Gestalttherapeutin mit Körperwahrnehmungen, Aufstellungen, inneren Anteilen und kreativen Medien.

Philosophie & Arbeitsweise
Seit 2018 bin ich als Psychotherapeutin in freier Praxis tätig. Dabei arbeite ich nach der Methode der Integrativen Gestalttherapie, einer Therapiemethode bei der die Potentiale der jeweiligen Person durch unmittelbares Erleben gefördert werden.
Durch meine vorherige Arbeit im Umweltbereich habe ich einen Blick für komplexe Systemzusammenhänge und für die Wichtigkeit der einzelnen Komponente in der Gesamtheit. In meiner psychotherapeutischen Tätigkeit erlebe ich immer wieder, dass Menschen, ähnlich wie Ökosystemen, Kipppunkte haben, nach denen ein Zurück zum alten Zustand nicht mehr sinnvoll ist, sondern ein neues Gleichgewicht gefunden werden muss. Versuche zum Alten zurückzukehren sind kräftezehrend und können auslaugen. Daher sehe ich meine Aufgabe darin, Sie auf neuen Wegen zu begleiten.

Wenn der Wind der Veränderung weht kann man Mauern bauen oder Windmühlen.

Berufliche Weiterentwicklung & Traumatherapie
Aus diesem Grund habe ich mich früh entschieden, mich vertieft im Bereich der Traumatherapie weiterzubilden.
Heute arbeite ich mit einem integrativen traumatherapeutischen Ansatz, der Stabilisierung, Beziehung, Körperwahrnehmung, Imagination und gezielte Traumaverarbeitung miteinander verbindet. Die Auswahl der Methoden orientiert sich stets an Ihren individuellen Bedürfnissen und Ressourcen, Ihrer aktuellen Lebenssituation und Ihrem persönlichen Tempo.
Ich bin zertifizierte EMDR-Therapeutin (EMDR-Practitioner) der EMDR Europe Association und Mitglied der EMDR Fachgesellschaft Österreich und arbeite nach den international anerkannten Qualitätsstandards von EMDR Europe. Zudem bin ich Mitglied des Österreichischen Netzwerks für Traumatherapie (ÖNT) und nehme regelmäßig an traumaspezifischer Supervision und Fortbildungen teil.
Traumatherapeutische Haltung
Traumatherapie bedeutet für mich, einen sicheren Rahmen zu schaffen, in dem Verarbeitung und Integration möglich werden. Zentrale Grundlagen meiner Arbeit sind:
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Sicherheit und Stabilisierung
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Ressourcen- und Beziehungsorientierung
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Arbeit mit dem jeweils individuellen Toleranzfenster
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Ausbau der Selbstunterstützungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten
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Achtung bisheriger Bewältigungsstrategien
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Verständnis für und Kontakt mit inneren Anteilen
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Integration von Körper, Emotion und Kognition
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Bezug zum und Verankerung im Hier&Jetzt
Angebotene Methoden & Zusatzqualifikationen
Dialogische Traumatherapie
Die dialogische Traumatherapie ist ein humanistisch fundierter Ansatz zur Bearbeitung traumatischer Beziehungs- und Entwicklungserfahrungen. Im therapeutischen Dialog werden abgespaltene, verletzte oder überforderte Selbstanteile behutsam wieder in Kontakt gebracht und integriert. Ziel ist es, Selbstwert- und Selbstregulationsprozesse zu stabilisieren, innere Sicherheit zu fördern und neue, korrigierende Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.
EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing
EMDR ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode zur Verarbeitung belastender und traumatischer Erfahrungen. Die bilaterale Stimulation unterstützt die natürliche Informationsverarbeitung des Gehirns und ermöglicht es, festgehaltene Erinnerungen gezielt in konstruktive Verarbeitungsbahnen zu lenken. In einem klar strukturierten therapeutischen Rahmen können die Erfahrungen schrittweise neuverarbeitet, integriert und emotional entlastet werden, sodass sie ihre überwältigende Wirkung verlieren.
PITT – Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie
Die psychodynamisch imaginative Traumatherapie eignet sich insbesondere für Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen. Im Mittelpunkt stehen Stabilisierung, Selbstregulation und der Aufbau innerer Ressourcen. Mithilfe von inneren Bildern werden sichere innere Räume geschaffen und eine wohlwollende, stärkende Beziehung zu sich selbst und inneren Anteilen im Hier&Jetzt entwickelt.
IBT- Integrativ Bewegte Traumatherapie
Die integrative bewegte Traumatherapie ist ein bewegungsorientierter Ansatz, der Trauma als Unterbrechung der natürlichen Selbstregulation des Organismus versteht. Bewegung, Körperwahrnehmung und das Erleben im Hier und Jetzt werden gezielt genutzt, um Ausdruck, Regulation und Integration zu fördern. Dieser Ansatz ist besonders hilfreich bei Dissoziation, chronischer Anspannung und einem Gefühl von Entfremdung vom eigenen Körper.
Aus- & Weiterbildungen im Bereich Traumatherapie
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Lehrgang Traumatherapie, AAP Akademie für Traumatherapie (2019–2022)
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Dialogische Traumatherapie, IG Institut für Integrative Gestalttherapie Wien (2019–2020)
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EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing, EMDR Institute Austria (2022–2023)
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Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT), Institut APSYS (2023)
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Integrative Bewegte Traumatherapie (IBT), Traumaakademie (2023–2025)
Integrative Arbeitsweise
Alle genannten Methoden verstehe ich als flexible therapeutische Zugänge, eingebettet in meine gestalttherapeutische Grundhaltung. Welche Methoden im therapeutischen Prozess zum Einsatz kommen, entscheidet sich gemeinsam, achtsam und in Ihrem Tempo. Mein Anliegen ist es, Sie dabei zu unterstützen, innere Sicherheit zu entwickeln, Ihre Selbstregulation zu stärken, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und einen stabilen und wohltuenden Kontakt zu sich selbst aufzubauen.

Im Laufe meiner psychotherapeutischen Tätigkeit hat sich für mich bald gezeigt, dass hinter vielen psychischen Beschwerden belastende Lebensereignisse, emotionale Verletzungen und traumatische Erfahrungen stehen. Dabei handelt es sich nicht immer nur um einzelne, klar abgrenzbare Ereignisse, sondern häufig um belastende Beziehungserfahrungen, Erfahrungen von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Überforderung oder emotionale Verwundungen, die die damalige Verarbeitungsmöglichkeiten des Organismus im damaligen Lebenskontext überstiegen haben.

